Hauskino "Natalie im Land der Farne"

Das Hauskino löst den Konflikt zwischen konventionellem Kino und Mohnstrudel
(sehr theoretische Abhandlung zur Entstehungsberechtigung des Hauskinos als unabdingbare Notwendigkeit zur Versöhnung ontiologischer Ambivalenzen)

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Hauskino "Natalie im Land der Farne"

Das Hauskino löst den Konflikt zwischen konventionellem Kino und Mohnstrudel
(sehr theoretische Abhandlung zur Entstehungsberechtigung des Hauskinos als unabdingbare Notwendigkeit zur Versöhnung ontiologischer Ambivalenzen)

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Natalie im Land der Farne

Um ihrer fürchterlichen Mutter zu entfliehen, studiert Natalie in Wien bei Professor Paule die Farne. Ihre grünen Haare kommen vom Farnsuppe essen. Suppe aus liebevoll gepflückten Farnen macht wach, musikalisch, hellsichtig, glücklich. Suppe aus in Hast gepflückten Farnen hingegen macht dumpf, unmusikalisch, unglücklich.

 

Der Seeadler und der Weise mit dem Grunzochsen, ein Onkel von Natalie, treffen sich im Land der Farne und denken nach, warum der Kaiser Farniens so verwirrt und traurig ist, seit er in der Kristallkugel des Musiklehrers Peter Fels die Menschenwelt gesehen hat: Ist es, weil die Zeit im Land der Farne eingeführt wurde und nun auch hier alles ständiger Veränderung unterworfen ist, oder weil die Menschen in ihrer Welt so unvernünftig sind?

 

Der Kaiser vom Land der Farne ist traurig. Er verläßt sein weites Farnreich und geht in der Menschenwelt ins Exil. Die Farne welken.

  

Der Seeadler hat eine Botschaft, die den Kaiser vom Land der Farne wieder vollständig glücklich machen soll. Er flüstert sie der Hyäne während des Konzerts beim Singen ins Ohr, und diese singt die geheimen Worte, die nur dem Kaiser verständlich sind.

 

Mister Moritz, der Farnsuppenfabrikant, erntet die Farne mit Maschinen und verkauft Farnsuppe. Sie soll wach, musikalisch, hellsichtig und glücklich machen, ist in Wirklichkeit jedoch nur als Klebstoff zu gebrauchen, da Suppe aus maschinell geernteten Farnen bloß unmusikalisch, dumpf und unglücklich macht.

Der einsame Tempelbewohner arbeitet als Eremit im griechischen Tempel in Österreich, unweit der Autobahn nach Wien. Er gewährt dem Kaiser vom Land der Farne in der Menschenwelt Exil. Im Gefolge des Kaisers sind auch die beiden nche Jingel und Jangel, die die 9000 Jahre alte Mythologie Farniens erforscht haben, und zwei rätselhafte Botschafterfarne.

 

Die Schlange ist Schlagwerker im kaiserlichen Orchester aus dem Land der Farne. Sie beißt den Affen Aleph, der beim Rabbi studiert hat, weil er ihr nicht den Weg in die Menschenwelt nicht zeigen will.

„Unter Lebenden fällt mir nichts ein“, sagt Mister Moritz. Im Friedhof hingegen hat er immer die besten Ideen, denn wie alle Wirtschaftstreibenden zieht er das Leblose, Geordnete dem Lebendigen vor. Diesmal fällt ihm, der grünen Haare Natalies gedenkend, ein, seine Farnsuppe nicht nur als Klebstoff, sondern auch als Farbe zu verkaufen. Er verspricht Natalie, mit ihr den erwirtschafteten Gewinn zu teilen. „Was nützt das, wenn die Farne dabei welken?“, entgegnet Natalie.

 

Der gescheiterte Astronaut Alexis Phlogiston wird von Beruf Totenkopfzähler: Im Auftrag von Mister Moritz zählt er alle Opfer der Sterblichkeit, aber erst am Ende seines Lebens erinnert er sich, daß er den eigenen Totenkopf, den er stets bei sich trug, mitzuzählen vergaß.

 

Reitend auf dem Grunzochsen bringt der Weise dem kaiserlichen Orchester vom Land der Farne die Partitur fürs Konzert, das den Kaiser wieder glücklich machen soll.

 

Schon seit immer sind die Hyänen im Land der Farne die besten Sänger. Diese Hyäne ist ein hoher Koloratursopran und singt beim Konzert die Botschaft für den Kaiser, die ihr der Seeadler ins Ohr flüstert. Der Kaiser vom Land der Farne wird wieder glücklich, und die welken Farne erholen sich wieder.

 

nch Eduard kümmert sich um das leibliche Wohl des Buckelnasentieres. Dieses ist der Korrepetitor der Hyäne und hilft ihr, die schwierige Gesangstimme einzulernen.

 

Die Schlange beißt Mister Moritz ins Bein, damit er stolpert. Die Hyäne versteckt schnell die Sonnenbrille, die er beim Sturz verliert. Auf diese Weise bekommt Mister Moritz, ob er will oder nicht, eine andere Sicht der Dinge.

Die Redakteure des Lehrbuches „Natalie im Land der Farne“ kommt mit den verwickelten Handlungssträngen, die im Buch vorkommen, nicht mehr zurecht. Um eine bessere Übersicht zu erlangen, steigen sie aufs Dach, doch auch hier versperren rauchende Kamine und Antennen die erwünschte Übersicht.

 

Der Totenkopfzähler Alexis Phlogiston besucht mit seiner rosaroten Gummiente den Wirtschaftstreibenden Mister Moritz, der sagt: „Wenn es dazu kommen sollte, daß man mich einst zur Rede stellen will, dann werde ich sagen, daß wir die Anzahl der Opfer vergleichen müssen – aber bei den Farnen gibt es keine Individuen, nur alle Farne insgesamt, und also, wenn, dann nur ein einziges Opfer. Wenn man hingegen die menschlichen Opfer zählen will – o je, das werden viele sein – wie viele Totenköpfe hast du schon gezählt?“

„Unzählige.“„Das ist gut. Nur weiter so! Zähle die Opfer der Sterblichkeit! Die Farne kennen den Tod nicht– und will und will er sich nicht einstellen, dann muß eben ich dafür sorgen, daß sie nicht ewig leben und alles verschlingen. - Das würde ich sagen, und man würde mir recht geben.“

 

Weil der Kaiser vom Land der Farne wieder glücklich ist, erholen sich die Farne. Die Farnsuppe des Mister Moritz klebt nicht mehr, da alle Farnsporen keimen. Seine Farnsuppenfabrik, sein Haus, sein Boot – alles fällt auseinander, da es mit Farnsuppe zusammengeleimt war. Mister Moritz fällt ins Wasser.

 

Alexis Phlogiston rettet Mister Moritz vor dem Ertrinken auf seine rosarote Gummiente, doch der Seeadler pickt mit seinem scharfen Schnabel das Ventil der Gummiente heraus, die Luft entweicht und die beiden Passagiere sinken.

 

Als Mister Moritzens Haus und Fabrik zusammenstürzen, weil sie mit Farnsuppe zusammengeklebt waren, gibt es eine große Welle, die den Wirtschaftstreibenden und den Totenkopfzähler erfaßt und direkt vor die Füße des Kaisers aus dem Land der Farne spült.

Der Kaiser sagt: „Ich verzeihe euch.“

 

Als Elke, Natalies Mutter, erfährt, daß ihre Tochter Mister Moritz nicht heiraten will, fährt sie selbst nach Wien, um ihrer Tochter das weitere Farnstudium zu verbieten und um den Geschäftsmann nun selbst zu heiraten.

 

Zusammen mit dem Kaiser, den beiden nchen Jingel und Jangel, der Hyäne, der Schlange, dem Buckelnasentier und mit nch Eduard zieht Natalie endgültig und für immer ins Land der Farne.  

ENDE