Wintermärchen
ein e-mail-
Comic in Fortsetzungen
von
Danielsupersoft
Achter Teil
Die
Gegenrichtung

„Reiten wir
in die Gegenrichtung, immer gerade aus!“
Als sich das
Mädchen dies sagen hörte, erschrak es selbst, aber dann erinnerte es sich an
die Katze, die sie in der Kristallkugel des Königs mit ihrer Einsenbahn spielen
sah.

Sie hatte
weder Lust, die Katze wieder zu sehen, noch selbst mit der Eisenbahn zu
spielen. Das Gleis ging immer nur in der Runde, damit Zug zu spielen war
entsetzlich langweilig.

„Ich will
Eisenbahnschaffnerin werden“, sagt das Mädchen zum Pferd, „dann muss ich nicht
immer nur die Runde fahren sondern kann immer geradeaus fahren, ganz, ganz weit
– vielleicht irgendwann einmal, später.“

„Wir könnten
aber zur Abwechslung wirklich einmal mit dem Zug fahren. Den Bahnbeamten kennen
wir ja schon. Er weiß immer, wie das Wetter wird.
Hallo, Herr
Eisenbahner! Wie wird das Wetter heute?“
„Es wird schneien. Schon
bald.“
„Schon
wieder?“
„Wir sind ja in einem
Wintermärchen.“

„Ja – schon
schneit es.“

„Bald kommt auch
hierzulande der frostige Winter. Ich muss mit dem Zug in den Norden, um bei der
letzten Station auszuharren. Wenn ihr mitkommen wollt, dürft ihr gratis mit dem
Zug mitfahren. Die letzte Station heißt Nowosibirsk.“

„Ja. Wir
wollen.“

Die Zugreise
dauert mehr als drei Wochen.
Vornehme
Zugkellner bringen mit roten Samthandschuhen drei Mal am Tag eine Mahlzeit mit
Vorspeise, Zuspeise, Nebenspeise, Hauptspeise, Nachspeise und reden nur auf
französisch, auch mit dem Pferd, denn Französisch ist eine vornehme Sprache.

In Nowosibirsk
hat der Bahnbeamte seine Bahnbeamten- ausharrungs- Winterhütte:

Dort wohnen
das Mädchen, das Pferd und der Bahnbeamte für 4 lange Wintermonate zusammen und
erzählen sich tausend Geschichten, die keiner von ihnen vorher jemals gehört
hatte.

„Und
wenn der Winter vorbei ist“, sagt das
Mädchen, „dann gehe ich nach China, lerne chinesisch, tibetisch und japanisch
und heirate einen reichen Mandarin.“

Moral: Aus
dem Universum aber kann man nicht hinaus.

(oder doch?)