Wintermärchen
ein e-mail-
Comic in Fortsetzungen
von
Danielsupersoft

Erster Teil:
Der Beginn

… das wohnte
im Haus Nr. 14 in der Lindenmannstraße in Göttingen.
Haus Nr. 14
war ein sehr vornehmes Haus mit gepflegtem Rasen, leiser Nachbarschaft, einer
Garage fürs Auto und mit vielen Zimmern.
Die Mutter
des Mädchens war oft zu Hause und strickte Socken.
Dabei
erzählte sie ihrer Tochter allerlei Geschichten, die diese aber bereits alle
schon von vorn bis hinten auswendig aufsagen konnte.
Oft trafen
sich die großen Leute im Garten beim Kaffekränzchen.
Dann musste
das Mädchen im Haus spielen, um die Erwachsenen bei ihren langweiligen Gesprächen
(„…so ein Wetter wie dieses Jahr… …und die Preise sind so was von gestiegen…
…auch die Petra hat es gesagt… …nein, das darf man auf keinen Fall so durchgehen
lassen… …wo kämen wir denn hin, wenn das alle täten?“) nicht zu stören („Wie
kommen eigentlich die Löcher in den Käse? Ist es fürs Gras im Rasen nicht
langweilig, immer gleich hoch zu sein? Gefällt es den Pilzen, giftig zu sein?).
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Und alleine im Zimmer zu spielen war so, so langweilig, dass das
Mädchen plötzlich beschloss, sich im Kinderzimmer zu verstecken. Ihre Mutter würde sie dann,
wenn die Gäste endlich gegangen
sein würden, überall suchen – und sie wäre einfach verschwunden. |
Eine lustige,
gute Idee, aber wo ist bloß ein lustiges, gutes Versteck?
Hinter dem
Blumentopf?

Unterm Bett?

Beim Kasten
geht die Tür von innen nicht zu…

…und hinterm
Kasten ist kein Platz. Er ist auch viel zu schwer, um beiseite geschoben werden
zu können.
Also ist das
Zimmer des Mädchens einfach nicht zum Verstecken geeignet.
Wo kann man
sich sonst verstecken? Unter der Treppe?

In der Küche?

Im
Badezimmer?

Alle
Verstecke sind zu auffällig, und überall würde man sofort entdeckt, also sind
es genau genommen gar keine Verstecke.
„Unsere
Wohnung ist zu sauber und zu ordentlich“, denkt sich das Mädchen, „und man kann
sich in ihr nicht verstecken.“

…sagt
plötzlich die Katze und huscht zielstrebig die Treppe hinauf. Das Mädchen folgt
ihr, etwas erstaunt, denn es hat bisher noch niemals bemerkt, dass die
Hauskatze sprechen kann. Die Katze huscht ins Kinderzimmer.

„Aber hinter
der Pflanze findet man mich doch sofort“, sagt das Mädchen, „das habe ich schon
ausprobiert.“
„Du musst die
Pflanze beiseite schieben“, sagt die Katze.

„Uff – ist
das schwer! Allein schaffe ich es nicht. Bitte, hilf mir!“

„Ja – zu
zweit geht es.
Da ist ein
Loch im Fußboden! Und eine Leiter führt in die Tiefe…

…da steige ich
gleich hinunter, denn neugierig bin
ich schon. Und du, Katze, musst die Pflanze wieder zurückschieben, damit man
das Loch im Boden nicht mehr sieht…
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…und sag niemandem etwas!“, ruft das Mädchen der Katze nach. |
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